Die Geschichte von Merl

Das heutige Merl wird erstmals 1199 als "Merlo" erwähnt. In Merl besaß das Bonner Cassius Stift einen größeren Hof. 1311 und 1320 wird Merl wieder urkundlich erwähnt. Der Probst und das Kapitel zu Bonn erteilten Merl das Recht den Zehnten einzuziehen. In einem alten Urkundenbuch finden sich 1320 die Namen Mathias und Gobelin von Merloe, es ist jedoch nicht nachzuweisen, dass sie mit Merl in Verbindung standen. Eberhard Vogt zu Belle und sein Bruder Gerlach verkauften 1402 u.a. den Hof zu Merl, der Lehen des Bonner Propstes war, an die von Drachenfels. Otto Waldbott von Bassenheim kaufte im 16. Jahrhundert systematisch eine Vielzahl verschuldeter Besitztümer im Umkreis seines Gudenauer Herrschaftsbereiches auf. Im 17. Jahrhundert war sein Enkel mit gleichem Namen nicht nur Herr zu Gudenau, sondern auch Erbburggraf des Erzstifts Köln, Herr des Ländchens Drachenfels und Herr zu Villip und Merl. Wahrscheinlich war der Hof in Merl jedoch noch immer ein Lehen des Cassiusstiftes, mit dem Max Waldbott von Bassenheim 1701 belehnt wurde. Um den Hof bauten im Laufe der Jahrhunderte Menschen ihre Häuser, so dass die Ansiedlung allmählich zu einem Dorf heranwuchs.

Wie viele Anlagen war auch Merl mit einem breiten Graben gesichert, der die Bewohner und ihr Eigentum gegen die im 16. und 17. Jahrhundert herumstreifenden Söldner und andere Gefahren schützen sollte.

Als französische Truppen 1794 das linksrheinische Gebiet einnahmen, gehörte Merl ebenso wie Lüftelberg, Altendorf und Ersdorf zum Canton Rheinbach im Rhein-Mosel-Département und zählte zur Verwaltungseinheit "Mairie d"Adendorf".

Viele Jahrhunderte hatte Merl keine eigene Kirche. Die Pfarrer von Meckenheim betreuten die kleine Gemeinde. Am Ende des 16. Jahrhunderts lebte in Merl das kinderlose Ehepaar Michael und Anna Wüllens. Das Paar ließ eine Kapelle bauen, die 1899 aber abgerissen wurde. Am 10. Juni 1900 wurde die neue Kapelle, die Michaelskapelle, feierlich eingeweiht. Nördlich der Kapelle, die im Volksmund den ironisch gemeinten Spitznamen „Merler Dom“ trägt, befindet sich der historische Merler Ortskern. 1974 wurde Merl schließlich eine eigene Pfarrei. Im Jahr 1977 weihte die evangelische Gemeinde das Kirchenzentrum "Arche" ein und 1985 wurde die neue Pfarrkirche St. Michael eingeweiht.